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Du willst campen gehen, weißt aber nicht, wie du nachhaltig handeln sollst? Schau dir unsere Tipps für ein grünes und umweltfreundliches Biwakieren an

Biwakieren: Was du unbedingt beachten solltest

„Bei allem, was man tut, das Ende zu bedenken, das ist Nachhaltigkeit.“ - Eric Schweitzer

Kennst du den Unterschied zwischen einem Biwak und einem Zelt? Und was machst du, wenn es regnet? In diesem Beitrag erfährst du alles über die Grundlagen des Campings.

Biwakieren - die Übernachtung im Freien mit Schlafsack, Hängematte oder Decke - wird immer beliebter. Dennoch gibt es ein paar Dinge, die du beachten solltest. Welche Aspekte du beachten musst und welche Tipps wir sonst noch für dich haben, erfährst du in diesem Artikel.

Ob auf Instagram oder anderen Social-Media-Seiten - immer öfter sieht man Videos von Menschen, die auf dem Berg oder an anderen Orten in der Natur ihren Schlafsack ausbreiten und am nächsten Morgen ihre Aussicht mit der Gesellschaft teilen. Der freie Himmel, der geringe Bedarf an Ausrüstung und die Unabhängigkeit von Zelten, Hütten oder anderen Unterkünften sorgen für eine einzigartige Erfahrung. Darüber hinaus kannst du die Biwak-Touren individuell für dich gestalten, ohne von einem Reiseveranstalter kontinuierlich eingeschränkt zu werden.

Der Begriff "Biwakieren" bezieht sich auf das ungeplante Übernachten in hochgelegenen Gebieten. Oder, einfach ausgedrückt, wird Biwakieren so lange bezeichnet, wie es sich nicht um absichtliches Übernachten, Campen im Freien oder Zelten handelt.

Bewusstes Übernachten in der Wildnis wird als wildes Outdoor-Camping bezeichnet und ist in vielen europäischen Ländern komplett verboten. Ausnahmen sind zum Beispiel viele skandinavische Länder und die Schweiz, wo das Jedermannsrecht gilt. Ein "organisiertes Biwak" fällt ebenfalls unter den Begriff Wildniscamping. In Deutschland befindet es sich jedoch oft in einer Art Grauzone, abhängig von den Umständen.

Biwakieren im Kontext Nachhaltigkeit

Wenn die meisten Menschen an Camping denken, stellen sie sich ein Zelt auf einem festen Campingplatz vor. Biwakieren - also das Zelten an einem abgelegenen Ort ohne formale Einrichtungen - ist jedoch eine nachhaltige Alternative, die ein intensiveres Erlebnis bieten kann. Besonders durch die nachhaltige Entwicklung unserer Gesellschaft und der langfristige Schutz unserer Erde ist das Biwakieren zu einem absoluten Trend geworden. Da für das Biwakieren keine Infrastruktur erforderlich ist, hat es nur minimale Auswirkungen auf die Umwelt. Darüber hinaus kann es dazu beitragen, die Grundsätze des Leave No Trace (Hinterlassen von Spuren) zu fördern, wie z. B. das Einpacken aller Abfälle und die ordnungsgemäße Entsorgung menschlicher Abfälle. Infolgedessen ist Biwakieren eine optimale Methode, Ressourcen zu sparen und gleichzeitig Urlaub zu machen. Natürlich ist das Biwakieren nicht für jeden geeignet. Es erfordert eine sorgfältige Planung und die Bereitschaft, sich durchzuschlagen. Für diejenigen, die der Natur näherkommen wollen, kann das Biwakieren jedoch ein lohnende Erfahrung sein.

Biwakieren in Deutschland - wo ist es erlaubt?

Die rechtliche Grundlage für das Biwakieren ist nicht in allen europäischen Ländern gleich. In Deutschland ist das Biwakieren in der Regel eine Grauzone. Von einigen Ausnahmen abgesehen, ist es nicht direkt verboten, aber auch nicht direkt erlaubt. Meistens wird es jedoch für eine Nacht toleriert. Wie kompliziert das Ganze ist, wird deutlich, wenn du dir die rechtliche Situation genauer ansiehst. Da Deutschland ein föderaler Staat ist, gibt es sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene Gesetze, die die rechtliche Situation des Biwakierens beeinflussen. Um nur einige zu nennen, sind dies:

  • Bundesnaturschutzgesetz
  • Gesetz zur Erhaltung des Waldes und zur Förderung der Forstwirtschaft
  • Bauordnung und Hausfriedensbruch
  • Landeswaldgesetze
  • Landesnaturschutzgesetze

In folgenden Gebieten ist das Biwakieren verboten:

Das Biwakieren ist sowohl in Naturbüchern als auch im Staatswald nicht erlaubt. Unten ist das Biwakieren zum Schutz der Vegetation und der Wildtiere komplett verboten und sollte unter allen Umständen vermieden werden. Das Bundesamt für Naturschutz hat dazu eine Karte veröffentlicht.

Es gibt jedoch viele andere Schutzgebiete, deren rechtliche Situation anders gehandhabt wird. Hier kannst du auf der Karte des Bundesamts für Naturschutz nachsehen, ob dein Wunschgebiet in einem Schutzgebiet liegt. Wenn ja, wirf einen Blick in die Schutzgebietsverordnung oder rufe bei der Gemeinde an.

Das Biwakieren auf Privatgrundstücken ist nicht erlaubt, da du damit gegen das Baurecht verstoßen würdest. Wenn du dir nicht sicher bist, ob ein Wohn- oder Gewerbegrundstück einer Privatperson gehört, fragst du am besten bei der Gemeinde nach. Wenn ja, suche dir einen anderen Platz oder bitte den Eigentümer um Erlaubnis. In vielen Fällen ist das möglich, und erfahrene Biwakierer berichten, dass es in der Regel kein Problem ist, solange du mit den Eigentümern auskommst und Rücksicht auf die Natur nimmst.

Wo und wie das Biwakieren erlaubt ist?:

In den Bergen ist das Notbiwakieren normalerweise erlaubt. Das bedeutet, dass du im Falle einer Verletzung oder aus anderen Gründen, die dich am Weitergehen hindern, jederzeit biwakieren kannst. Geplantes Biwakieren wird in den deutschen Alpen normalerweise toleriert, es sei denn, es findet in einem gesicherten Gebiet statt, in dem es eindeutig verboten ist. Auch in diesem Fall lohnt es sich, einen Blick in die Vorschriften zu werfen oder bei der Verwaltung des Schutzgebietes anzurufen.

Im Prinzip gibt es auch in Nationalparks Ausnahmen. Zum Beispiel gibt es im Staatswald Sächsische Schweiz sogenannte "Boofen". Hier können Kletterer auf insgesamt 58 markierten Plätzen übernachten. Allerdings sind diese Boofen nur für Bergsteiger. Auf der Website des Nationalparks wird jedoch darauf hingewiesen, dass der Staatswald an seine Grenzen stößt, und es werden auch die Probleme angesprochen, die durch Aktivitäten wie das Biwakieren entstehen können. Einige der genannten Probleme lassen sich jedoch durch richtiges Verhalten beeinflussen, deshalb musst du beim Biwakieren einige Grundregeln beachten.

Was du zum Biwakieren brauchst?

Wie bereits erwähnt, musst du nur Gebiete auswählen, in denen das Biwakieren nicht verboten ist. Wenn du ein Gebiet gefunden hast, das dir gefällt und in dem das Biwakieren erlaubt oder nicht verboten ist, brauchst du die nötigen Utensilien:

Ein bequemer Schlafsack ist zum Biwakieren geeignet (je nach Jahreszeit). Wenn du noch keinen Schlafsack hast, achte darauf, dass du einen kaufst, der nachhaltig hergestellt ist. Paradise hat hier eine Einführung für dich zusammengestellt: Schlafsäcke: Empfohlene nachhaltige Marken.

Wir empfehlen außerdem eine Schlafunterlage für das Biwakieren. Eine selbstaufblasende Schlafunterlage bietet mehr Komfort beim Schlafen. Natürlich kannst du auch eine normale Schlafunterlage mitnehmen, aber das ist meistens etwas schwieriger.

Optional kann auch ein Biwaksack hilfreich sein. Er schützt dich vor Wind und Regen und verhindert, dass dein Schlafsack nass wird. Ob du ihn wirklich brauchst, hängt natürlich von den Wetterbedingungen ab. Insgesamt musst du das Wetter im Voraus immer im Auge behalten, denn bei Gewitter zu biwakieren ist nicht nur unerwünscht, sondern kann auch gefährlich sein.

Sobald du mit deiner Ausrüstung den Biwakplatz erreicht hast, solltest du ihn auf mögliche Risiken überprüfen. Exponierte Stellen sind zum Beispiel eher ungünstig, wenn unerwartet ein Gewitter aufzieht. Du solltest Felsen auf mögliche Steinschläge überprüfen und sicherstellen, dass der Boden rutschfest ist. Bei dieser geringen Material Last wird bereits deutlich, weshalb Biwakieren so einen hohen Stellenwert für mehr Nachhaltigkeit in der Urlaubsbranche einnimmt.

Absolutes Muss beim Biwakieren

Es gibt einige Standardregeln, die du beachten solltest, wenn du den Abend in der freien Natur verbringst:

Wenn du in den Wäldern biwakierst, ist Feuer ein absolutes Tabu. Je nach Trockenheit kann schon eine Anregung im Wald ausreichen, um einen Waldbrand zu entfachen. Auch außerhalb des Waldes solltest du offenes Feuer vermeiden, wenn es keine gekennzeichneten Feuerstellen gibt.

Du solltest dich auch von lauten Gesängen und allgemein lauten Geräuschen am Abend fernhalten. Viele Tiere schlafen nachts und werden durch laute Geräusche aufgewühlt und gestört.

Eine einfache Grundregel ist, die Natur immer so zu hinterlassen, wie du sie vorgefunden hast. Lass also keinen Müll oder andere Dinge zurück. Gelegentlich ist es möglich, die Natur in einem viel besseren Zustand zu hinterlassen. Wenn du also irgendwo Müll findest, ist es am besten, ihn aufzusammeln und so dazu beizutragen, die Natur in Ordnung zu halten. Wenn du in der Natur auf die Toilette musst, achte darauf, dass du kein Papier zurücklässt. Auch Essensreste haben in der Natur nichts zu suchen und müssen wieder aufgehoben werden. Achte also bei der Vorbereitung darauf, dass du nur so viel mitnimmst, wie du bequem zurück tragen kannst.

Obwohl es manchmal nicht verboten ist, solltest du darauf achten, dein Lager nicht in Sümpfen aufzuschlagen. Dort gibt es oft ungewöhnliche Pflanzenarten, die geschützt werden müssen. Ebenso solltest du Weiden schätzen und den Tieren genügend Auslauf geben.

Insgesamt ist das Biwakieren eine spannende Alternative zu herkömmlichen Reisen und sollte im Kontext Nachhaltigkeit daher von allen Generationen mal getestet werden. Wenn wir dein Interesse wecken konnten, wünschen wir dir viel Spaß beim Biwakieren!