nachhaltige anleihen
Nachhaltige Anleihen sind ein wichtiger Teil der globalen Nachhaltigkeitsbewegung. Hier erfährst du, was sie sind und wie sich Investoren daran beteiligen können.
Nachhaltige Anleihen: Welches Potential haben Green Bonds?
"Geduld ist die oberste Tugend des Investors." — Benjamin Graham
Was sind eigentlich Anleihen?
Bei Anleihen verleiht man Geld und erhält dafür Zinsen. Am Ende der Laufzeit erhält man das Geld zurück. Die Herausgeber solcher Anleihen sind Staaten, Banken oder Unternehmen. Je nach Absender sind die Risiken, Zinsen und die nachhaltige Wirkung sehr unterschiedlich. Meistens hat eine Anleihe eine Laufzeit von fünf Jahren, es kann aber auch länger sein. Die Zinsen werden jährlich ausbezahlt. Dabei gibt es Anleihen, die über einen festen Zinssatz verfügen, bei den anderen werden die Zinsen an die Marktbewegungen angepasst.
Anleihen wandeln in Richtung Nachhaltigkeit
In den letzten Jahren hat sich der Schwerpunkt zunehmend auf nachhaltige Investitionen verlagert, wobei immer mehr Anleger Projekte und Unternehmen unterstützen wollen, die positive Auswirkungen auf die Umwelt oder die Gesellschaft haben. Dies hat zur Entwicklung neuer Anlageinstrumente geführt, wie z. B. grüne Anleihen, die speziell für die Finanzierung umweltfreundlicher Projekte konzipiert sind. Grüne Anleihen haben sich zu einem der am schnellsten wachsenden Segmente der globalen Märkte für festverzinsliche Wertpapiere entwickelt. Dieses Wachstum wird sowohl durch eine steigende Nachfrage seitens der Anleger als auch durch ein größeres Bewusstsein für die Notwendigkeit klimafreundlicher Investitionen angetrieben. Da sich der Markt für grüne Anleihen weiter entwickelt, ist es wahrscheinlich, dass auch andere auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Sektoren auf den globalen Märkten für festverzinsliche Wertpapiere Fuß fassen werden.
Green Bonds - der Weg zu grünen Anleihen

Inzwischen wird in diesem Bereich der Begriff «Green Bonds» — grüne Anleihen — immer häufiger gebraucht. Bei Green Bonds handelt es sich um Anleihen von Unternehmen, die ein Versprechen abgeben, das zur Verfügung stehende Geld nachhaltig einzusetzen. Mit Anleihen an einzelne Unternehmen ist eine Steuerung möglich, an wen das Geld geht. Ein nachvollziehbares Beispiel sind Erneuerbare Energien, die über Anleihen finanziert werden können. Green Bond ist aber kein geschützter Begriff, also kann man jegliche Finanzprodukte so nennen. Es gibt dort auch Chancen und Risiken, etwa eine feste Verzinsung, aber dafür bleibt das Kapital über Jahre gebunden.
Grüne Anleihen werden immer beliebter, auch weil sie nicht viel Risiko tragen und dennoch relativ ertragreich sind. So werden aber auch Anleger angelockt, die beispielsweise bei einem möglichen Konkurs bevorzugt behandelt werden als konventionelle Anleger. Das bedeutet, wer auf nachhaltige Anleihen setzt, erhält für seinen Mut eine Belohnung. Doch wie erfolgt eigentlich der Kauf von Anleihen? Für den Kauf dieser Wertpapiere benötigt man ein Wertpapierdepot, am besten auch das, welches man für Fonds oder Aktien verwendet. Sobald eine Anleihe von einem Emittent ausgegeben wird, kann man sie über die Bank bestellen.
Green Bonds existieren seit rund 20 Jahren, haben aber natürlich durch die Klimawandel-Diskussion an Fahrt aufgenommen. Damals ging es vor allem um die Finanzierung von Umweltprojekte. Inzwischen haben aber auch schon zahlreiche Staaten grüne Anleihen herausgegeben. Bei den Green Bonds übersteigt die Anfrage das Angebot. Sie sind auch oft überzeichnet. Green Bonds werden von den Emittenten selbst als «grün» ausgewiesen. Um aber glaubwürdig zu bleiben, nehmen unabhängige Bewertungsfirmen eine Beurteilung auf.
Bekannte SPO-Unternehmen sind dabei Sustainalytics, Vigeo, Eiris, Cicero oder ISS Oekom. Im Bereich von Green Bonds spielen auch die Weltbank oder Fannie Mae, die Wohnungsbaudarlehen vergibt, eine bedeutende Rolle. Oder auch die Finanzierung von Infrastrukturprojekten. Aber auch Autobauer wie Daimler oder VW finanzieren einen Teil ihrer Elektroauto-Produktion durch Green Bonds. Dabei bedeuten Green Bonds ETFs auch eine willkommene Risikoverteilung für Anleger. Natürlich ist man auch bei Green Bonds nicht dafür geschützt, dass der Emittent bankrott geht und das Geld weg ist. Bei einem ETF ist es anders: Weil Fonds oder ETFs ein Topf von zahlreichen Green Bonds bilden, können Gewinne oder Erträge mit anderen Anleihen kompensiert werden.
Seit der ersten Öko-Anleihe von der Weltbank im 2007 betrug das Marktvolumen laut EY inzwischen über 700 Milliarden Euro. Die Zeichen der Zeit befeuern das Wachstum. Mit der Ausgabe von Green Bonds können Anleger angesprochen werden, die das Risiko von Aktien scheuen, aber trotzdem in nachhaltige Unternehmen investieren möchten.
Auch die Sparkasse hat dazu einen spannenden Blogbeitrag veröffentlicht, der Green-Bonds ausführlich darstellt.
Der Unterschied zwischen grünen, sozialen und nachhaltigen Anleihen

Grüne, soziale und nachhaltige Anleihen thematisieren generell ethisch wichtige Werte, werden aber definitorisch anders eingeordnet. Daher werden diese für das Verständnis von Nachhaltigkeit in den folgenden Abschnitten ausgeführt.
Grüne Anleihen
Grüne Anleihen sind eine Art Investment, die zur Finanzierung von Projekte oder Aktivitäten mit positiven Auswirkungen auf die Umwelt verwendet werden können. Im Gegensatz zu herkömmlichen Anleihen, die in der Regel zur Finanzierung allgemeiner Projektkosten verwendet werden, sind grüne Anleihen speziell für Umweltinitiativen vorgesehen. Dazu können Projekte wie erneuerbare Energien, Energieeffizienz, sauberer Transport und die Vermeidung von Umweltverschmutzung gehören.
Soziale Anleihen
Sozialanleihen sind ein innovativer Weg zur Finanzierung von Projekten und Aktivitäten, die positive soziale Ergebnisse erzielen und dringende soziale Probleme angehen. Wenn sie richtig strukturiert sind, können Sozialanleihen ein breites Spektrum von Anlegern anziehen und den Kreditnehmern eine nachhaltige Finanzierungsquelle bieten. Sozialanleihen können auch als Katalysator für private Investitionen in soziale Projekte und Aktivitäten dienen. Um sicherzustellen, dass die Erlöse aus Sozialanleihen effektiv und effizient verwendet werden, sollten die Emittenten klare Förderkriterien für förderfähige Projekte und Aktivitäten sowie robuste Überwachungs- und Berichtsmechanismen entwickeln. Beispielprojekte für soziale Anleihen sind erschwinglicher Wohnraum oder umweltbezogene Ernährungssysteme.
Nachhaltige Anleihen
Nachhaltige Anleihen werden zunehmend zur Finanzierung einer breiten Palette von Umwelt- und Sozialprojekten eingesetzt. Diese auch als "grüne Anleihen" oder "Sozialanleihen" bezeichneten Geldanlage dient der Kapitalbeschaffung für Initiativen, die auf die Verbesserung der Umwelt oder die Lösung sozialer Probleme abzielen. Daher können die Projekte aus grünen und sozialen Anleihen auch unter der Kategorie "Nachhaltige Anleihen" zusammengefasst werden.
Vorteil von grünen Anleihen gegenüber Aktien?
Im Falle eines Konkurses hätte man Vorrang vor den Aktionären - es sei denn, es wurde eine Nachrangigkeitsvereinbarung getroffen. Der Grund dafür ist, dass Anleihegläubiger als Gläubiger gelten, während Aktionäre als Eigentümer betrachtet werden. Anleihen sind in der Regel gegenüber dem Eigenkapital nachrangig, was bedeutet, dass die Anleihegläubiger erst nach den Aktionären bezahlt werden. In einigen Fällen können Anleihen jedoch auch anderen Schulden nachgeordnet werden. Das bedeutet, dass die Anleihegläubiger nach den anderen Gläubigern bezahlt werden. Wenn du nachrangige Anleihen besitzt, ist es wichtig, die Vertragsbedingungen zu kennen und zu wissen, welche Rechte du im Falle eines Konkurses hast. Fortlaufend gelten diese Anleihen als relativ sicher und wirtschaftlich attraktiv, da sie stabile Zinssätze bieten.
Wie sieht die Zukunft von grünen Anleihen aus?
Der Markt für grüne Anleihen wächst schnell, aber es gibt noch mehr Potenzial für diese Variante der nachhaltigen Geldanlagen. Wir sind der Meinung, dass der Markt noch ein erhebliches Wachstumspotenzial hat, da sich die Anleger der Vorteile von Investitionen in umwelt- und sozialverträgliche Projekte immer mehr bewusst werden. Daher werden die kommenden Jahre für Investments in nachhaltige Anleihen besonders spannend und es wird sich zeigen, ob der Markt sein Leistungsfähigkeit vollkommen ausschöpft.