heizen strom

Ist es billiger, mit Strom zu heizen oder mit Gas? Das ist eine heiße Diskussion im Moment, besonders weil wir uns Sorgen um die Umwelt machen sollten.

Heizen mit Strom: Preiswert oder sogar teurer als Gas?

„Es ist fast so, als hätten wir ein Feuer entfacht, um uns zu wärmen, und dabei übersehen, dass auch das Mobiliar verbrennt.“ - James Lovelock

Elektroheizungen werden immer beliebter, da sie eine umweltfreundlichere Alternative zu traditionellen Heizmethoden wie Öl, Gas und Kohle darstellen. Obwohl das Prinzip von Elektroheizungen und Heizungen mit fossilen Brennstoffen ähnlich ist - beide wandeln Energie in Wärme um -, muss bei der Elektroheizung kein Brennstoff verbrannt werden. Stattdessen wird Strahlungs- oder Konvektionswärme von einer elektrisch beheizten Fläche auf die Umgebung übertragen. Das macht Elektroheizungen viel effizienter und umweltfreundlicher. Auf dem Markt gibt es eine Vielzahl von elektrischen Heizgeräten, von Raumheizungen bis hin zu ganzen Haussystemen.

Während der Konflikt in der Ukraine anhält, fragen sich viele Menschen, ob sie auf eine elektrische Heizung umsteigen sollten. Schließlich steigen die Gaspreise und ein Ende des Konflikts ist nicht in Sicht. Experten sagen jedoch, dass das Heizen mit Strom tatsächlich billiger ist als mit Gas. Der Grund dafür ist, dass sich die Kosten für Erdgas nach dem Ölpreis richten, der in den letzten Monaten stark schwankte. Im Gegensatz dazu sind die Kosten für Strom stabiler. Natürlich musst du darauf achten, dass dein Haus gut isoliert ist, damit du das Optimum aus deiner Heizung herausholen kannst.

smart_home_3317442_1920_1_b8e3646e13.jpg

Varianten der Stromheizung

Es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten, wenn es um das Heizen eines Hauses oder einer Wohnung geht. Um herauszufinden, welche Heizmöglichkeit die beste für dich persönlich ist, stellen wir hier einige der gängigsten vor:

Fernwärme

Fernwärmesysteme sind eine Art der Zentralheizung, bei der die Wärme in einem zentralen Kraftwerk erzeugt und dann über ein System von isolierten Rohren an Haushalte und andere Gebäude verteilt wird. Diese Art der Heizung gilt als sehr effizient, da ein großer Teil der im Kraftwerk erzeugten Energie sowohl für Strom als auch für Wärme genutzt werden kann. In vielen Städten gibt es bereits ausgedehnte Fernwärmenetze, so dass auch große Wohnkomplexe über diese Netze indirekt mit Strom beheizt werden können. Außerdem basiert die Fernwärme auf der so genannten Kraft-Wärme-Kopplung, was bedeutet, dass bei der Stromerzeugung auch Wärme als Nebenprodukt erzeugt wird. Diese Wärme wird anschließend von einem Kraftwerk zu den Haushalten geleitet, die an das Fernwärmenetz angeschlossen sind. Daher kann Fernwärme eine sehr effektive Methode zum Heizen mit Strom sein.

Infrarotheizung

Als Infrarotheizung werden Heizgeräte bezeichnet, die Wärme in Form von Infrarotstrahlen abgeben. Infrarotheizungen gibt es sowohl als Infrarotstrahler und auch als Flächenstrahler. Während Infrarotstrahler meist in Badezimmern oder Wintergärten zur punktuellen Wärmeerzeugung eingesetzt werden, werden Flächenheizungen in Wohnräumen verwendet. Infrarotheizungen haben den Vorteil, dass sie auf Knopfdruck Strahlungswärme erzeugen, die feste Gegenstände und nicht die Umgebungsluft im Raum erwärmt. Auf diese Weise gibt es weniger Luftverwirbelungen und die Raumluft ist nicht abgestanden. Oft wird die Wärmestrahlung von Infrarotheizungen mit der Wärmestrahlung der Sonne verglichen. Diese Heizstrahler sollen sich wie Sonnenstrahlen anfühlen.

Heizlüfter

Elektrische Heizgebläse, auch Heizlüfter genannt, sind eine Art von elektrischen Heizgeräten, die immer beliebter werden. Diese Heizgeräte saugen die Umgebungsluft an, erwärmen sie über Heizdrähte und geben sie dann mit Hilfe eines Gebläses wieder an den Raum ab. Heizlüfter funktionieren also ähnlich wie Haartrockner, nur in einem viel größeren Maßstab. Sie werden in der Regel jedoch nur sporadisch eingesetzt, da das Betriebsgeräusch des Lüfters relativ laut ist und die Gefahr von "abgestandener" Luft besteht. Einige Modelle können in der warmen Jahreszeit sogar als Ventilatoren verwendet werden. Ein Dauerbetrieb ist aber nicht zu empfehlen, da Heizlüfter in der Regel einen hohen Stromverbrauch haben. Wie teuer Heizlüfter wirklich sind, erfährst du in einem Artikel der taz.

Niedertarif-Speicherheizungen

Eine weitere Heizungsart ist die Nachtspeicherheizung. Diese Heizungen haben einen Wärmespeicher, der in der Nacht mit "billigem" Nachtstrom aufgeheizt wird. Tagsüber kann dieser Speicher Wärme in Form von Konvektions- und Strahlungswärme abgeben. Nachtspeicherheizungen benötigen einen separaten Stromzähler, der den Verbrauch des Nachtstroms zu Schwachlastzeiten gesondert erfasst. Nachtspeicherheizungen werden heute kaum noch neu installiert, da ihr Betrieb aufgrund der hohen Strompreise doch relativ kostenintensiv ist. Mit dem anhaltenden Anstieg der Preise für fossile Brennstoffe könnten sie jedoch in Zukunft eine rentablere Option werden.

heating_87366_1920_1_807e8cfbbe.jpg

Teilspeicherheizungen

Teilspeicherheizungen sind eine weitere Art von Elektroheizung, mit der man ein Haus effizient heizen kann. Diese Heizungen speichern die Wärme in Keramikziegeln oder Steinen. Die gespeicherte Wärme wird dann in Form von Infrarotstrahlung oder über die Luft wieder abgegeben und hält das Haus warm. Naturstein ist ein hervorragendes Material für Teilspeicherheizungen, da es ein ausgezeichneter Wärmeleiter ist. Teilspeicherheizungen werden üblicherweise für Wohnräume verwendet.

Flächenheizung

Elektrische Flächenheizungen sind eine Art elektrische Heizung, die Infrarotstrahlen aussendet, die ein angenehmes Raumklima schaffen. Flächenheizungen können an der Wand oder an der Decke installiert werden und sogar als Fußbodenheizung dienen. Ein Vorteil von elektrischen Flächenheizungen ist, dass sie "unsichtbare Heizungen" sind, d.h. sie lassen sich perfekt in Wohnräume integrieren. Ein weiterer Vorteil von elektrischen Flächenheizungen ist, dass sie mit Konvektionsheizungen kombiniert werden können, um die Vorlaufzeiten zu minimieren.

Wärmepumpenheizung

Wärmepumpen bieten ebenfalls eine effiziente Möglichkeit, sobald es um das Heizen mit Strom geht. Eine Wärmepumpe entzieht der Luft, dem Boden oder dem Wasser Umweltwärme und nutzt sie, um die Temperatur in deinem Haus zu erhöhen. Je höher der Temperaturunterschied ist, desto besser arbeitet die Wärmepumpe. Sie werden oft mit Flächenheizungssystemen kombiniert, um dein Haus noch effizienter zu heizen. Der Vorteil von Wärmepumpen ist, dass sie einen sehr geringen Stromverbrauch haben. Der Nachteil ist meist der hohe Anschaffungspreis. Falls du mehr über Wärmepumpen erfahren möchtest, schaue doch mal in diesen Artikel vom Spiegel rein.

Der bedeutendste Kostenfaktor: Der Verbraucher selbst

Du hast im Endeffekt die Kontrolle darüber, wie hoch deine monatliche Stromrechnung durch das Heizen mit Strom sein wird. Wenn du Energie intelligent einsetzt, kannst du deine monatlichen Rechnungen deutlich senken.

Hier einige Tipps zum Strom- und Geldsparen mit Elektroheizungen:

  1. Einen günstigen Stromanbieter nutzen und regelmäßig Strompreise vergleichen
  2. Elektrische Heizungen als Ergänzung zu bestehenden Heizsystemen verwenden.
  3. Schalte die Heizung nur in den Räumen ein, in denen du dich auch wirklich aufhältst
  4. Infrarotheizungen in Räumen einsetzen, die nicht den ganzen Tag über beheizt werden müssen
  5. Strom aus eigenen Solarkollektoren oder einer kleinen Windkraftanlage für Elektroheizungen nutzen
  6. Elektrische Heizungen nur in gut isolierten Gebäuden verwenden
  7. Elektrische Heizsysteme mit anderen Heizsystemen kombinieren

Fazit

Es ist wichtig, dass du selbst recherchierst und alle Optionen vergleichst, bevor du dich für eine Heizungsanlage entscheidest. Heizen mit Strom kann in manchen Fällen günstiger sein als Gas, aber es ist nicht immer die billigste Option. Vor allem, wenn du nicht effizient heizt und dadurch mehr verbrauchst als du eigentlich müsstest.