igelhaus bauen

In dieser einfachen Anleitung zeigen wir dir, wie du mithilfe einiger grundlegender Schritte und Materialien deinen heimischen Igeln einen sicheren und gemütlichen Platz zum Überwintern bereitstellen kannst.

So kannst du in wenigen Schritten ein Igelhaus bauen

Der Bau eines Igelhauses ist wichtig, damit die Tiere während der Wintermonate einen friedlichen Winterschlaf halten können. Der perfekte Ort sollte schattig und gut vor extremen Wetterbedingungen geschützt sein - idealerweise unter Büschen oder in der Nähe einer Hecke im Garten. Im Frühherbst ist es wichtig, das Haus an diesen abgelegenen Ort zu bringen, denn dann beginnen die Igel, sich auf den Winterschlaf vorzubereiten. Achte darauf, dass das Überwinterungsquartier nicht zu warm ist, damit deine Tiere nicht zu früh aufwachen!

Für das Sommernest kannst du dich für eine spärliche Einrichtung entscheiden, von der Mutter und Nachwuchs profitieren, solange sie einen gewissen Schutz vor Feinden und Auskühlung bietet.

"Der Igel ist der Kaktus des Tierreichs." - Ambrose Bierce

Bevor du mit dem Bau deines Igelhauses beginnst, schau dir die Materialliste an, damit du auch alles da hast:

  • vier 40 x 25 x 2 cm große Holzbretter
  • ein 30 x 20 x 2 cm großes Brett
  • ein 50 x 40 x 2 cm großes Brett
  • zwei 39 x 2 x 2 cm große Holzlatten
  • Holzschrauben 3x30 mm
  • Ösenschrauben (klein)
  • Dachpappennägel
  • Dachpappe
  • Schleifpapier
  • kleine Klammern
  • Akkuschrauber
  • Kombizange
  • Holzschneider
  • Cuttermesser
  • Handschuhe
  • Schutzbrille

Bauanleitung

Wenn du sämtliches Material bereitgelegt hast, musst du alle Maße von der Skizze (siehe unten) auf deine Holzbretter übertragen. Für zusätzliche Stabilität befestigst du die Bretter mit Zwingen auf deiner Arbeitsfläche, bevor du sie mit einem Holzschneider zuschneidest.

Der nächste Schritt ist das Aussägen eines Eingangs an der Vorderwand, damit die Igel leichter in ihr neues Zuhause hinein- und herauskommen können. Achte darauf, dass du die richtige Größe ausschneidest: wenn er zu klein ist, können die Igel nicht hinein, wenn er zu groß ist, hält er die kalten Winterwinde und mögliche Feinde nicht ab!

Als nächstes solltest du die Sägekanten mit gutem Schleifpapier glatt schleifen und etwas abrunden. Das sieht nicht nur ordentlicher aus, sondern verhindert auch das Ausfransen, wenn das Igelhaus im Freien steht. Indem du die scharfen Kanten glättest und abrundest, stellst du auch sicher, dass der Igel sich nicht aus Versehen verletzt, wenn er versucht, sein neues Zuhause zu betreten.

Es ist auch wichtig, dass du daran denkst, eine Schräge an den zukünftigen Seitenwänden einzuzeichnen. Das ist notwendig, denn das Gefälle sorgt dafür, dass das Regenwasser vom Dach ablaufen kann. Nachdem du die Schräge angezeichnet hast, kannst du die Schrägen mit einem Holzschneider absägen und dafür sorgen, dass dein Igelhaus innen schön trocken bleibt.

Um eine innere Hängetür zu schaffen, die zum eigentlichen Schlafplatz führt, säge einen Durchgang in der Innenwand aus. Kürze die Tür so, dass sie frei schwingen kann und die Ösen genug Platz zum Aufhängen haben. Mit einer Zange kannst du zwei Ösen aufbiegen und sie sowohl in die Hängetür als auch in die Wand eindrehen, damit der Igel sie leicht erreichen kann. Nach dem Aufhängen drückst du die Ösen mit einer Zange wieder zu, um die Tür zu sichern. Diese Hängetür hilft dabei, einen Igel vor Feinden und rauen Wetterbedingungen zu schützen!

Mit Holzschrauben und einem Akkuschrauber kannst du die Wände deines Igelhauses dann verschrauben.

Um zu verhindern, dass das Dach verrutscht, nagelst du schließlich zwei Holzleisten an die Deckelplatte. Um das Dach vor Regen und anderen Witterungseinflüssen zu schützen, nagelst du mit Dachpappennägeln wasserfeste Dachpappe darauf. Um den Schutz noch weiter zu erhöhen, solltest du den gesamten Aufbau mit Leinöl einschmieren - das schützt vor Feuchtigkeit und kalten Temperaturen und sorgt dafür, dass deine Igelfreunde das ganze Jahr über warm und trocken bleiben.

Und schon kannst du dein Igelhaus aufstellen!

Tipps für den optimalen Standort

Wenn du ein Igelhaus baust, ist es wichtig, den richtigen Platz zu finden. Ideal ist eine ruhige und schattige Ecke des Gartens, zum Beispiel unter einem Strauch. Achte auf jeden Fall darauf, dass der Eingang auf der wetterabgewandten Seite liegt - so kann sich kein Wasser im Haus sammeln. Um zu verhindern, dass der Eingang von unten nass wird, kannst du eine Schicht aus Kies oder Sand darunter legen. Dann musst du ihn nur noch mit Haferstroh und trockenem Herbstlaub füllen - das ist ein tolles Nistmaterial, mit dem die Tiere ihr Winterbett bauen können! Schließlich solltest du noch ein bisschen Laub im Garten liegen lassen, falls die Igel in den kälteren Monaten doch noch mehr Nistmaterial brauchen.

Wichtige Pflegehinweise

Um zu überprüfen, ob ein Igel deinen Unterschlupf angenommen hat und eingezogen ist, kannst du am Ende des Herbstes oder zu Beginn des Winters diesen Trick ausprobieren: Lege einen Stiel vor den Eingang, so dass der Igel ihn zur Seite schieben muss, um hineinzukommen. Auf diese Weise kannst du ganz einfach Lebenszeichen erkennen und wissen, ob ein stacheliger Freund in dein Igelhaus eingezogen ist!

Denke bitte vor allem daran, die Igel auf deinem Grundstück nicht zu stören. Erlaube ihnen, in Ruhe ihren Winterschlaf zu halten - am besten wartest du bis April, bevor du die Behausung reinigst. Die Igel kümmern sich normalerweise selbst um ihr Winterquartier. Die Reinigung sollte nachdem sie "ausgezogen" sind trotzdem mit heißem Wasser und einer Bürste erfolgen, da Igel oft Flöhe mitbringen.

Die Fütterung

Igel sind dämmerungs- und nachtaktiv und reine Fleischfresser. Auf dem Speiseplan stehen für sie Schnecken, Käfer, Regenwürmer, Spinnen, Ameisen, Motten und viele andere Insekten. Pflanzliche Nahrung nehmen sie nur zufällig zu sich, aber sie fressen kein Obst oder Gemüse, außer Würmer in Fallobst. Nach einem langen Winterschlaf sind sie besonders hungrig und brauchen viel Futter, um wieder zu Kräften zu kommen.

Stelle deswegen eine flache Schale, die Katzenfutter gemischt mit Igeltrockenfutter und Weizenkleie oder Haferflocken enthält in die Nähe des Igelhauses - du kannst auch frisches Wasser in flachen, kippsicheren Schalen bereitstellen!

Du solltest ihnen aber auf keinen Fall Milch geben! Sie scheinen sie zu lieben, aber leider sind Igel laktoseintolerant und können den Milchzucker nicht aufspalten - was wiederum zu schrecklichen Darmbeschwerden und allen erdenklichen Infektionen führt. Hier findest du weitere Informationen, wie du Igeln über den Winter helfen kannst.

Fazit

Ein eigenes Igelhaus bauen kann eine unglaublich lohnende Erfahrung sein. Es ist nicht nur ein tolles Projekt für die ganze Familie, sondern du kannst auch dafür sorgen, dass eine beliebte Tierart den Schutz bekommt, den sie braucht. Wenn du die Anweisungen in diesem Leitfaden befolgt hast, sollte dein neu gebautes Bauwerk die Voraussetzungen für das Gedeihen dieser Tiere erfüllen. Da diese kleinen Kerle im Laufe der Zeit in ihren natürlichen Lebensräumen immer stärker bedroht sind, ist es wichtig, dass du deinen Teil dazu beiträgst, wann immer es möglich ist. Deshalb solltest auch du ein Igelhaus bauen!