kosmetikindustrie
Die Kosmetikindustrie ist ein boomendes Geschäft, aber sie geht auf Kosten von Mensch und Umwelt. Erfahre mehr über die Gefahren dieser Branche und was wir tun können, um sie nachhaltiger zu machen.
Kosmetikindustrie - Gefahr für Mensch und Umwelt
Der Gedanke an Kosmetik wird oft mit positiven Erinnerungen aus Kindheitstagen begleitet. Ob Karneval oder Halloween - Schminke war oft ein Muss, wenn es darum ging, mit seinem Kostüm einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Da wir uns in unseren Beiträgen auf das Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz konzentrieren, darf eine gewisse Aufklärung über die Produktion der kosmetischen Produkte nicht fehlen. Diese ist zum einen äußerst fragwürdig, wenn es um unsere Gesundheit geht und zum anderen agieren Hersteller bzw. die Unternehmen der Kosmetikindustrie nicht gerade Ressourcen schonend oder generell im Sinne der Nachhaltigkeit. Unser Ziel ist es, vor scheinbar harmlosen Produkten mit hübschen Verpackungen zu warnen, die in Wirklichkeit deinem Körper großen Schaden zufügen können. Die Nutzung von Kosmetika kann Folgen nach sich ziehen, deren größtes Problem nicht das Plastik in den Fläschchen ist. Wir klären in diesem Beitrag über Fakten auf, die unser Leben und das der Erde gefährden und geben dir Tipps an die Hand, wie du eine nachhaltige Entwicklung im Alltag erreichen kannst, ohne deine Bedürfnisse einzuschränken.
Verbraucher zahlen jedes Jahr bis zu 13 Milliarden Euro für kosmetische Artikel. Produkte wie Cremes oder Make-up versprechen dir ein schönes und jugendliches Aussehen. Ziel der Hersteller ist es, deine Haut und dein Haar zum Glänzen zu bringen, damit dein Aussehen jeder Person, die dir begegnet, in Erinnerung bleibt. Zumindest würde man dir genau das gerne auftischen. Tatsächlich funktioniert das Konzept. Du hast großes Vertrauen in diese Art von Produkten, das sich die Kosmetikindustrie mit Hilfe von Werbekampagnen hart erarbeitet hat. Hier werden Glanz und Glamour in Hülle und Fülle versprüht. Junge, gut aussehende Models und charismatische Schauspieler sollen zum Kauf verführen. Man kann sich nicht vorstellen, wie gefährlich der regelmäßige Einkauf von Kosmetik ist.
Nettes Design, fragwürdige Inhaltsstoffe!
Wie bereits erwähnt, kommen die meisten Kosmetikprodukte in hübschen und äußerst ansprechenden Verpackungen daher. Deshalb denkst du dir wahrscheinlich auch nichts dabei, wenn du dich oder dein(e) Kind(er) mit bestimmten Cremes einschmierst. Laut einigen Tests enthalten die meisten Kosmetikprodukte dennoch Inhaltsstoffe, die wie Hormone wirken oder sogar krank machen können. Als Konservierungsmittel oder UV-Absorber sind hormonell wirksame Stoffe oder Parabene in fast jedem konventionell hergestellten Produkt zu finden. Betroffen sind alle Arten von Produkten wie Zahnpasta, After-Sun-Lotion und Haarspray. Dabei spielt es keine Rolle, ob du diese Produkte in einer Drogerie oder teurer in einer Apotheke kaufst. Dabei sind die sogenannten Parabene in Deutschland für Kinder unter 3 Jahren nicht verboten. In den Ländern nebenan ist die Situation übrigens meist etwas anders. Doch was genau ist so schädlich an diesen Parabenen? Und kann das, was uns schön macht, uns tatsächlich vergiften?
Infos zu Parabenen, die du lieber nicht hättest.
Dass Parabene nicht nur gesundheitsschädlich, sondern in manchen Fällen sogar krebserregend sind, ist inzwischen von vielen Seiten bestätigt worden. Die Wirkung der Chemikalien in deinem Körper lässt sich leicht in deinen Zellen beobachten. Wenn Parabene und deine Zellen aufeinander treffen, reagieren letztere hormonell, indem sie sich vermehren und so einige Krebsarten fördern können. Aber das ist nur die Spitze des Eisbergs.
Parabene enthalten Umwelthormone, die ebenfalls irreversible Schäden im Körper verursachen. So kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigt werden. Für Föten sind diese Stoffe äußerst schädlich, so dass Missbildungen die Folge sein können. Bei weiblichen Lebewesen können diese Stoffe PCOS (Zyklusstörungen) fördern, was nachweislich Schwangerschaften verhindern kann. Auch die männlichen Lebewesen unter uns können durch diese Stoffe extrem eingeschränkt werden, da sie die Anzahl, Beweglichkeit und Form der Spermien zum Negativen verändern können. Als Mann solltest du dir also mehr Sorgen um endokrine Disruptoren machen als um die Enge deiner Lieblingsjeans. Frauen hingegen sind in der Regel stärker von den Auswirkungen dieser Stoffe betroffen und geben sie an ihre Kinder weiter, noch bevor sie geboren werden. Die Angst vor fehlenden Generationen aufgrund dieser Stoffe ist in der Tat nicht ganz unbegründet.
Trotz zahlreicher Studien zu diesem Thema stuft das Bundesinstitut für Risikobewertung Parabene als unbedenklich ein. Tatsächlich darf die Kosmetikindustrie diese Stoffe in bestimmten Mengen verwenden und stempelt diese als "unbedenklich" ab. Die Kriterien bzw. Voraussetzungen, unter denen die Kosmetikindustrie agiert, sind kaum zu verstehen. Einige Angaben bestätigen, dass Toxikologen hingegen entsetzt sind und vor einem erhöhten Konsum von kosmetischen Produkten abraten. Sie sind der Meinung, dass die Menge der Chemikalien im Körper keine Rolle spielt, da sie irreversible Schäden verursachen. Außerdem, so sagen sie, können Inhaltsstoffe nicht allein nach der Menge beurteilt werden, sondern müssen auch nach der Dauer der Exposition, also dem Zeitfenster der Wirkung, beurteilt werden. Das macht natürlich Sinn, da diese Stoffe in fast allen konventionell hergestellten kosmetischen Produkten enthalten sind. Wenn du also nicht nur eine Körperlotion, sondern auch Deodorant, Haarspray und Make-up täglich verwendest, gilt die "sichere" Menge für ein einzelnes Produkt nicht mehr.
Nachhaltigkeit rückt in den Vordergrund
Um die genauen Auswirkungen von endokrinen Disruptoren im menschlichen Körper genauer zu untersuchen, wurde ein Experiment mit Fröschen gestartet. Das Ergebnis war erschreckend. Ein männlicher Frosch, der stetig Parabenen ausgesetzt wurde, produzierte bereits nach 4 Wochen keine Spermien mehr, sondern nur noch Eier. Es ist also erwiesen, dass Parabene feminisierende Eigenschaften haben. Der Artikel von Zeit-Geist thematisiert diese Relevanz ebenfalls und kommuniziert umweltschonende Kosmetikmarken.
Auch unsere Umwelt wird zunehmend durch die Freisetzung synthetischer Stoffe in der Natur beeinträchtigt. Dies hat jedoch auch Auswirkungen auf den Menschen. Hier können Autoimmunkrankheiten wie Neurodermitis die Folge sein. Da sind sich Wissenschaftler übrigens einig. Ob wir diese Stoffe über die Umwelt oder durch den Umgang mit Kosmetikprodukten aufnehmen, macht keinen Unterschied - die Wirkung bleibt dieselbe! Inzwischen machen sich immer mehr Organisationen Gedanken über die Stoffe in unseren konventionell hergestellten Kosmetikprodukten. Sie wünschen sich mehr Aufklärung und vor allem eine Gesetzesänderung, die es der Kosmetikindustrie verbietet, Parabene weiterhin als festen Bestandteil der Inhaltsstoffe zu betrachten. Die EU-Kommission sieht das jedoch ganz anders. In sämtlichen Bereichen des Lebens gilt es, europaweit die strengsten Vorschriften der Welt einzuhalten. Diese Aussage soll vermitteln, dass man in diesen Breitengraden absolut unbedenklich seinem Konsum nachgehen kann und dass von europäischen Produkten niemals eine Gefahr ausgeht. Verbraucherschützer bezweifeln dies stark.
Da Verbraucher selten nur ein einziges Produkt konventionell hergestellter Kosmetik verwenden, ist es wichtig zu wissen, wie sich eine Kombination von unterschiedlichen Produkten im Körper verhält. Wenn du deine tägliche Routine durchgehst, wirst du feststellen, dass auch du nicht nur Körperlotion, sondern auch Gesichtsmasken, Haarbehandlungen, Make-up und vieles mehr unbedacht im Alltag verwendest. In diesem Fall setzt du deinen Körper einen sogenannten "Cocktail-Effekt" aus, der im Laufe der Jahre deinen Hormonhaushalt extrem durcheinanderbringt und dich krank machen kann.
Zertifizierte Naturkosmetik hingegen enthält überhaupt keine Parabene. Sie sind mikrobiologisch konserviert. Die Rezeptoren brauchen also keine synthetischen Konservierungsstoffe mehr. Eine geeignete Verpackung tut hier ihr Übriges und schützt den Inhalt vor Luft oder Keimen. Aber wenn es auch anders geht, warum verwendet die Kosmetikindustrie dann überhaupt noch diese gefährlichen Stoffe? Die Hersteller rühmen sich stetig damit, dass diese Stoffe seit 80 Jahren verwendet werden und strengstens getestet wurden. Was uns nicht gesagt wird, ist, dass auch in ihren Reihen der Lobbyismus weiter verbreitet ist, als man vermuten würde.
Wenn du in Zukunft auf Parabene und andere hormonell wirksame Stoffe verzichten willst, hast du drei Möglichkeiten:
- Du stellst von nun an nur noch deine eigenen Kosmetikprodukte her. Die meisten Kosmetikprodukte kommen mit drei Zutaten aus, die du alle in der Drogerie oder Apotheke finden kannst. Wenn du sie dann im Kühlschrank aufbewahrst, sind sie ohne Konservierungsstoffe bis zu einem halben Jahr haltbar.
- Du verwendest nur noch zertifizierte Naturkosmetik. Diese findest du ebenfalls in der Drogerie oder Apotheke und sie sind meistens gut sichtbar. Auch wenn du für diese Produkte oft mit einem etwas höheren Preis rechnen solltest, brauchst du dir hinterher keine Sorgen um einen gestörten Hormonhaushalt zu machen.
- Wenn du sichergehen magst, dass die Produkte, die du bereits zu Hause hast, frei von Parabenen oder anderen bedenklichen Stoffen sind, kann eine spezielle App ab sofort dein Wegweiser sein. Diese scannt die Inhaltsstoffe auf den Verpackungen deiner Kosmetikprodukte und schlägt bei bedenklichen Stoffen direkt Alarm.
Die Produkte der Kosmetikindustrie mit Vorsicht genießen
"Wer schön sein will, muss leiden". Vielleicht hast du diesen Spruch schon einmal von deinen Großeltern gehört. Wenn man sich aber vor Augen führt, wie erschreckend real er im Falle konventionell hergestellter Kosmetikprodukte werden kann, wird einem schnell ganz anders und man ist im Begriff, sein gesamtes Leben umzukrempeln. Dabei stehen dir auf dem Markt genügend alternative Produkte zur Verfügung, die du mit gutem Gewissen verwenden kannst. In Zukunft wird die Kosmetikindustrie das Vorsorgeprinzip sicher nicht mehr anwenden. Daher sind die Verbraucher allein dafür verantwortlich, sich und ihre Lieben zu schützen. In vielen Branchen ist es leider ganz normal, dass Menschen nicht ausreichend über die möglichen Risiken, die mit den entsprechenden Produkten einhergehen, aufgeklärt werden. Du musst die Dinge also selbst in die Hand nehmen, dir die entsprechenden Informationen selbst beschaffen, die Nutzung eines Produkts von Beginn an hinterfragen und kannst so aktiv an der Bekämpfung der Machenschaften von Kosmetikindustrie und Co. beteiligt sein. Ein weiteres wichtiges Thema in der Kosmetik ist der Mikroplastik. Um möglichst wenig Mikroplastik zu produzieren und so die Umwelt etwas mehr zu schonen, solltest du auch in der Kosmetik auf Nachhaltigkeit setzen.