shampoo bars
Du möchtest nachhaltige Kosmetik verwenden und diese sogar selbst herstellen? Kein Problem, wir zeigen dir, wie du die trendmäßigen Shampoo bars ganz im Sinne von DIY herstellen kannst.
Von Shampoo bars und Seifenresten - ein kleines Stück in Richtung Nachhaltigkeit
"Kauft weniger, sucht es sorgfältig aus, lasst es beständig sein." — Vivienne Westwood
Shampoo bars sind umweltfreundlicher, weniger kostspielig und auch viel besser fürs Reisen.
Wenn du nach einer Möglichkeit suchst, umweltfreundlicher zu leben, Geld zu sparen und dir bei Reisen weniger Gedanken machen zu müssen, dann sind Shampoo bars die perfekte Lösung für dich. Sie bestehen aus natürlichen Inhaltsstoffen wie Kokosnuss- oder Rizinusöl, die den Plastikverbrauch reduzieren, indem sie die vielen Shampooflaschen überflüssig machen. Außerdem nehmen sie weniger Platz in deiner Tasche ein, du kannst sie also perfekt auf Reisen nutzen.
Das Haarwaschmittel in Form von Seifenstücken ist der neueste Schrei für trendige Frisuren in ganz Amerika und der Rest der Erde beginnt ebenfalls damit, auf diesen Zug aufzuspringen. Die meisten Seifenstücke bestehen aus natürlichen Wirkstoffen, die für deine Gesundheit und dein Wohlbefinden werben. Sie sind leicht zu handhaben, so dass du sie überallhin mitnehmen kannst, ohne dir Sorgen darüber zu machen, dass sie schnell kaputt gehen oder deine Haare belasten. Dabei sind sie für jeden Haartyp geeignet und schäumen, entgegen allen Annahmen, mindestens genauso gut unter der Dusche wie ihre flüssigen Verwandten.
Wenn du darüber hinaus genauer wissen möchtest, welche Unterschiede Shampoo Bars zu herkömmlichen Shampoo Seifen haben, empfehlen wir dir den Artikel der Verbraucherzentrale.NRW.
Wir haben 5 Gründe, warum sich die Nutzung von Shampoo Bars zunehmend behaupten kann.
Reduktion statt Recycling
Laut einer aktuellen Studie der Sky and Ocean Alliance werden derzeit jedes Jahr 9 Millionen Tonnen Plastik ins Meer geworfen. Das bedeutet, dass vergleichsweise jede Minute ein Müllfahrzeug auf den Straßen unterwegs sein müsste, um diese Menge Abfall zu befördern! Im Vergleich dazu schonen Shampoo-Bars, die in recyceltem Papier oder in Schachteln aus nachhaltigen Materialien wie Karton verpackt sind, die Umwelt. Darüber freut sich übrigens auch dein Geldbeutel, da diese Seifenstücke in der Regel in jedem Lebensmittelgeschäft und Drogerien in deiner Nähe für nur 1-2 Euro erhältlich sind. Es kommt natürlich darauf an, wo du sie kaufst. Diese Produkte machen das Reisen also nicht nur stressfreier, sondern sparen auch noch Geld, da sie meist mehr Waschgänge überstehen als flüssige Shampoos in Flaschen.
Kosmetik und Beschränkungen am Flughafen
Wenn du mit dem Flugzeug reist, darfst du normalerweise nur geringe Mengen flüssiger Produkte mitnehmen. Die üblichen Shampooflaschen sind jedoch meist viel größer als die erlaubten 100 ml pro Flasche. Mit einem Shampoo bar hast du dieses Problem nicht. Außerdem kannst du davon ausgehen, dass deine Kleidung vor auslaufenden Flaschen sicher ist und nie wieder Probleme bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen zu haben, ist doch auch eine schöne Entwicklung.
Natürliche Produkte ohne schädliche Inhaltsstoffe
Marken, die Shampoo bars herstellen, unternehmen jeden erdenklichen Schritt, um Ozeane, Tierwelt und Ökosystem zu schützen. Mit der Produktion von chemie belasteten Produkten auf dem Markt, die in der Masse unsere wertvollen Ressourcen erschöpfen, haben sich viele Marken von Flaschen Shampoos mit Konservierungsstoffen abgewandt, die dem Haar alle natürlichen Öle entziehen und deine Kopfhaut völlig austrocknen können. Auf Dauer ist der Gebrauch solcher Kosmetika weder gut für Haar-, noch für die Hautpflege.
Shampoo bars bieten eine Alternative für unzählige Menschen, die sich nach natürlichen Inhaltsstoffen sehnen und außerdem frei von schädlichen Chemikalien, so dass du dir niemals Sorgen über eine Schädigung deiner Gesundheit oder der Umwelt machen musst. Sie erfüllen ihren Zweck ganz im Sinne der Nachhaltigkeit in vielen unterschiedlichen Bereichen.
Konzentrierte Kosmetik für längere Haltbarkeit
Shampoo bars sind eine tolle Möglichkeit, Geld und Zeit zu sparen. Shampoos können sehr teuer sein, deshalb ist es gut, dass du nicht nach wenigen Wochen jedes Mal erneut zur Drogerie laufen musst, weil dein Shampoo schon wieder leer ist. Da die meisten Shampoos zu 80 % aus Wasser bestehen, Spülungen oft sogar zu 95 % oder mehr, gibt es wirklich keinen Grund, warum du dein hart verdientes Geld hierfür ausgeben solltest. Stattdessen kannst du zu festen Shampoos greifen und die benötigte Wassermenge einfach zu Hause beim Duschen hinzufügen.
Shampoo Bars sind also eine super Sache für deinen Körper und die Umwelt, aber wie sieht es auf dem Feld der Wiederverwendung aus? Musst du unbedingt alle Artikel neu kaufen oder kannst du deine alten Seifenreste recyceln?
Seifenreste und Recycling
Seifenreste sind irgendwann so klein und unhandlich, dass sie immer wieder aus den Händen rutschen und kaum noch zu gebrauchen sind. Anstatt sie in den Müll zu werfen, kannst du sie aber weiterverwenden. Wie genau das funktioniert, möchten wir dir im Folgenden mit ein paar Tipps erklären.
Haarseife selber machen
Aus einem Rest Kernseife kannst du die Haarseife selber machen. Zur Herstellung brauchst du nur drei Grundzutaten: ein Stück Kernseife, Olivenöl und Wasser. Das Grundrezept lässt sich nach Belieben verfeinern, zum Beispiel mit ätherischen Ölen wie Pfefferminz- oder Lavendelöl. Wenn du es bunt magst, gibst du einfach Lebensmittelfarbe hinzu.
Neue Seife aus Seifenreste herstellen
Aus mehreren Seifenresten kannst du eine neue Seife herstellen und nach Belieben verfeinern. Für eine Peelingseife benötigst du beispielsweise zusätzlich zarte Haferflocken oder körniges Meersalz und etwas Kokosmilch für mehr Geschmeidigkeit. Wenn du geruchsintensive Seifen magst, kannst du zur Kernseife ätherische Öle dazugeben, zum Beispiel Bergamotteöl oder Orangenöl.
Tipp: Dein neues Seifenstück muss erst etwas reifen. Lass es am besten für etwa zwei Wochen an einem trockenen Ort liegen. Anschließend kannst du damit deine Haut verwöhnen.
Bio-Shampoo selber machen
Selbst gemachtes Bio-Shampoo ist nicht nur gut für die Gesundheit von Haaren und Kopfhaut, sondern schont auch die Umwelt. Für dein eigenes Bio-Shampoo benötigst du Bio-Seifenreste, die du zu Flocken verarbeitest, sowie kochendes, destilliertes Wasser. Das Grundrezept kannst du mit weiteren Zusätzen wie ätherischen Ölen, Kamillenblüten oder Brennnesselextrakten aufpeppen.
Kreiere ein Duschgel aus Seifenresten
Herkömmliche Duschgele strapazieren die Haut oft mehr, als dass sie ihr gut tun. Die Folge sind trockene Haut und Hautreizungen. Dein selbst hergestelltes Duschgel besteht aus wenigen Zutaten und ist auch für sensible Haut geeignet. Für das Grundrezept brauchst du neben deinen Seifenresten (Kernseife ohne Palmöl) noch Wasser, ein Pflanzenöl, wie z.B. Olivenöl, Sesamöl oder Sonnenblumenöl und Verdickungsmittel, wie Johannisbrotkernmehl oder einfache Speisestärke. Verfeinert werden kann das Rezept mit duftenden Ölen oder frischen Blüten.
Seifensäckchen selber nähen
Für deine selbst gemachten Seifenprodukte eignet sich ein Seifensäckchen zur Aufbewahrung. Solch ein Säckchen ist außerdem dekorativ und eignet sich daher als Geschenk. Hygienisch ist es auch, da die Seife darin, an der Luft trocknen kann und dennoch geschützt verpackt ist. Alles, was du dafür benötigst, ist ein Stück Frottee oder Sisal, sowie eine Schnur zum Zusammenbinden und Aufhängen.
In diesem Seifensäckchen kannst du auch kleine Seifenreste sammeln, bis du genug davon hast, um sie nach den obigen Möglichkeiten wiederzuverwenden.
Doch lieber flüssige Produkte? - Kein Problem!
Im Handel erhältst du Flüssigseife fast ausschließlich in Plastikpumpspendern oder Nachfüllpackungen aus Plastik. Wenn du Zero Waste praktizierst oder einfach versuchen magst, weniger Plastikmüll anzusammeln, kannst du dieses Rezept zum Flüssigseife selber machen ausprobieren. Das Beste daran ist, dass du für die selbstgemachte Flüssigseife die Seifenreste von Stückseife verwenden kannst! So musst du die kleinen Seifenstücke nicht ungenutzt entsorgen, sondern kannst sie sinnvoll verwerten.
Flüssigseife kannst du grundsätzlich aus allen festen Seifen herstellen. Wichtig ist dabei nur, zu beachten, dass die selbstgemachte Flüssigseife ein bis zwei Wochen ohne Konservierungsstoffe enthält. Du solltest also nicht zu viel Flüssigseife auf einmal herstellen.
Damit du deine Flüssigseife selber herstellen kannst, brauchst du diese Zutaten:
• 50 g feste Seife
• 500 ml Wasser
• 1 TL Honig
• 1 TL Kokos- oder Olivenöl
Tipp: Verwende im Idealfall Naturseife. Anders als viele konventionelle Seifen enthält diese keine synthetischen Farbstoffe, Konservierungsmittel und Tenside auf Erdölbasis. Du kannst auch Reste einer Kernseife verwenden.
Um die Seife herzustellen, benötigst du diese drei Küchengeräte:
• eine Reibe
• einen Kochtopf
• einen Handmixer
Flüssigseife selbst herzustellen, ist ganz einfach – sie braucht allerdings Zeit, um zu ruhen. Plane deshalb einen halben bis ganzen Tag Ruhezeit ein.
- Rasple deine Seifenreste mit der Küchenreibe klein.
- Fülle einen Liter Wasser in einen Kochtopf und gib die Seifenraspel hinein. Erwärme das Wasser nun und bringe es unter ständigem Rühren kurzzeitig zum Kochen.
- Lasse die Seife nun abkühlen und rühre dabei noch ab und zu um. Lasse sie nun für 12 bis 24 Stunden ruhen. In dieser Zeit sollte die Seife auffällig dicker werden.
- Sobald die Seife eine cremige Konsistenz erreicht hat, fügst du das Olivenöl und den Honig hinzu.
- Dann hast du die Möglichkeit, die Seife nach deinen Vorlieben zu variieren.
- Rühre die Seife dann noch einmal kräftig mit einem Handrührgerät durch, so dass sich alles gut miteinander verbindet und sich keine Zutaten absetzen.
- Fülle anschließend die fertige Seife ab.
Tipp: Selbstgemachte Flüssigseife kannst du wunderbar verschenken. Fülle sie dazu in ein hübsches Glas und beschrifte sie oder bastel kleine Anhänger, um das Geschenk aufzupeppen.