tierleid kosmetik
Die Kosmetikindustrie ist weitgehend unreguliert, was bedeutet, dass Tierversuche immer noch üblich sind. Hier ist der Grund, warum sich das ändern muss.
Von Tieren und Kosmetik - Sie leiden, damit wir schön sind
„Mäuse sind Mäuse und Menschen sind Menschen. Wenn wir uns auf Mäuse verlassen, um die Aspekte einer Krankheit beim Menschen und Heilmethoden abzubilden, verschwenden wir unsere Zeit.“ – Dr. Clifton E. Barry
"Wer schön sein will, muss leiden." Vielleicht kennst du diesen Spruch. Tatsächlich ist der Begriff "Leid" auch das entsprechende Schlagwort. Stutenmilch, Seidenproteine, Karmin oder Cochenillerot (zerquetschte Läuse), Innereien (tierische Öle) und Lanolin-Wollfett. Dies sind nur einige der Inhaltsstoffe in unseren täglichen Kosmetik- und Körperpflegeprodukten, mit denen Tierleid einhergeht. Sie müssen Versuche über sich ergehen lassen, die ihnen nicht nur Schmerzen bereiten, sondern sie teilweise auch töten. Keiner dieser Inhaltsstoffe ist notwendig, da es für alles an Stoffen mittlerweile bessere pflanzliche oder mineralische Alternativen gibt. Dennoch sind Stoffe tierischen Ursprungs überall zu finden. Sei es in Lippenstiften, Haargels, Parfüms und Deodorants, in Shampoos, Cremes oder Lotionen. Damit du dir genauer vorstellen kannst, von welchem Ausmaß an Tierleid wir sprechen und wie weit entfernt die Kosmetikindustrie von dem Begriff "nachhaltige Entwicklung" entfernt ist, geben wir dir im Folgenden einen Einblick in die unterschiedlichen Bereiche der Herstellung von Kosmetikprodukten und gehen vor allem auf die Not der Tiere ein.
Wie Tiere für Kosmetik "verwertet" werden
- Im Grunde stammen billige Salben oder Fette für Seifen aus Schlachthofabfällen.
- Tierische Aminosäuren finden sich in Shampoos wieder.
- Das allseits beliebte Rizinusöl für Parfüms und Räucherstäbchen stammt aus den Genitalien von Bibern und Bisamratten.
- Für "Diät"-Nahrungsmittel und Produkte zur Mund-, Haar- und Hautpflege wird gerne Chitosan verwendet, das aus den Schalen von Krustentieren stammt.
- Keratin soll gerade Haare stärken und findet sich in Pflegespülungen, Shampoos, Haarsprays und Dauerwellen. Die Substanz wird mit Hilfe von Hörnern, Hufen, Federn, Federkielen und Haaren verschiedener Tiere gewonnen.
- Wer regelmäßig zu Haarsprays, Conditioner, Deodorants und Cremes verwendet, könnte auf Stearinsäure stoßen, die aus den Mägen von Kühen, Schafen und Schweinen stammt.
- Das Karmin als Rot in Lippenstiften wird im Übrigen durch die Zermahlung 70.000 weiblicher Cochenille gewonnen. So kommen 450 Gramm Farbe zustande.
- Echter Moschus ist ein Sekret, das schmerzhaft aus den Genitalien von Moschusochsen, Bibern, Bisamratten, Zibetkatzen und Ottern gewonnen wird. Teilweise werden verwilderte Katzen unter grausamen Bedingungen in Käfigen gehalten und im Genitalbereich geschlagen, um den Geruch zu erzeugen.
Für alle, die jetzt noch nicht genug haben, empfehlen wir unseren Blogbeitrag Tierische Inhaltsstoffe in der Kosmetikindustrie, in dem wir auf die ein oder andere der Substanzen in kosmetischen Produkten noch einmal etwas genauer eingehen.
Bitte ohne Tierleid! - Was kann ich tun?
Ganz im Sinne der Nachhaltigkeit empfiehlt es sich natürlich, vegane Pflegeprodukte und Kosmetika zu kaufen oder diese am Besten selbst herzustellen. Wenn du deine kosmetischen Produkte lieber kaufst, achte nicht nur auf die Inhalte, sondern auch auf die entsprechenden Gütesiegel, denen du vertrauen kannst. Bist du dir weiterhin unsicher, was genau die einzelnen Stoffe sind und wie sie gewonnen werden, können entsprechende Apps oder Listen im Internet hilfreich sein. In diesem Fall reicht es oft bereits aus, den Barcode zu scannen und die App liefert dir genaue Informationen über die Bedeutung, der einzelnen Inhaltsstoffe. Falls du eine bestimmte Lieblingsmarke hast, kannst du versuchen, den Hersteller direkt per E-Mail zu kontaktieren und darum bitten, dir ein Dokument zur Verfügung zu stellen, das alle Inhaltsstoffe verständlich auflistet. Im Übrigen verfügen Hersteller, die wir nicht empfehlen würden, meist nicht über solche Listen. Die Anderen jedoch haben sich meist dazu verpflichtet, auf den Schutz von Tieren und der Umwelt zu achten. Dies spiegelt sich in ihren Methoden, die zur Herstellung der Produkte dienen, oft wieder.
Tierversuche per Gesetz verboten?
Tierversuche für die Schönheitspflege sind in der EU verboten. Leider weist das Verbot der Europäischen Union erhebliche Schlupflöcher auf, so dass Kosmetikhersteller auch in Deutschland stets Mittel und Wege finden, das Gesetz zu umgehen. Wie viele und welche Tiere genau, sich weiterhin in Not befinden und gequält werden, kannst du in unserem Blogbeitrag Tierversuche in der Kosmetikindustrie nachlesen. Zudem erhältst du dort genauere Zahlenangaben und Informationen zur Gesetzeslage und Entscheidungen, welche die Bundesregierung in Bezug auf den Tierschutz und die Kosmetikindustrie angeordnet hat.
Bei all den Tierversuchen, die immer noch stattfinden, ist es deshalb nach wie vor wichtig, auf die entsprechenden Gütesiegel zu achten, das sind vor allem der Hase mit der schützenden Hand, Leaping Bunny oder PETA Cruelty-Free. Darüber hinaus sind Kosmetikmarken, deren Produkte in China registriert wurden, nicht mehr tierversuchsfrei, da die chinesischen Behörden für die Produktregistrierung Tierversuche anordnen können.
So lässt sich Tierleid zu einem Großteil bereits vermeiden.
Tierschutz aussichtslos?
In der Europäischen Union sind Tierversuche für Kosmetik verboten. Dies gilt sowohl für Endprodukte als auch für kosmetische Inhaltsstoffe. Die drei Toxizitätstests (Test auf chronische Toxizität, Test auf Reproduktionstoxizität, toxikokinetischer Test), für die jahrelang eine Ausnahmeregelung galt, sind ebenfalls verboten. Besonders wichtig ist jedoch, dass seit dem 11. März 2013 auch die Einfuhr von an Tieren getesteten kosmetischen Produkten und Inhaltsstoffen aus Nicht-EU-Ländern verboten ist. Damit wird verhindert, dass Unternehmen einfach Tierversuche außerhalb der EU durchführen können. Das Verbot von Tierversuchen für Kosmetik ist ein großer Erfolg für Tierschutzorganisationen und Tierversuchsgegner, die sich seit Jahrzehnten dafür eingesetzt haben. Allerdings bestehen nach wie vor rechtliche Lücken der Politik, die nicht selten ausgenutzt werden und weiteres Leid verursachen. Mehr zu dieser Thematik erfährst du in unserem Blogbeitrag Arten von Tierversuchen in der Kosmetikindustrie.
Nachhaltige Kosmetik unterstützt den Tierschutz
Wenn einigen Teilen der Öffentlichkeit, Tierschutz sehr am Herzen liegt, achten sie darauf, ausschließlich pflanzliche Inhaltsstoffe aus biologischem Anbau zu kaufen. Aber warum gerade diese Art von Produkten? Dies ist eigentlich relativ einfach zu erklären. Konventionell angebaute Pflanzen werden mit Düngemitteln und Pestiziden "behandelt", und eben diese chemischen Mischungen wurden und werden auch heute noch an Tieren getestet. Sie führen die Qualen der Tiere also fort. Außerdem sind natürliche und biologische Kosmetika auch besser für unseren Körper und die Umwelt.
Bei der Herstellung von zertifizierter Bio- und Naturkosmetik ist die Verwendung von Stoffen toter Tiere verboten. Jedoch empfiehlt es sich generell auf Kosmetika zu verzichten, die tierische Stoffe enthält. Zum einen ist dies die einzige Möglichkeit, Tierquälerei systematisch und garantiert auszuschließen und zum anderen können tierische Rohstoffe immer durch pflanzliche und mineralische Rohstoffe ersetzt werden. Dies macht sich dann zwar in den Kosten bemerkbar, kommt einem schönen Leben der Tiere fernab von Tierleid. Unsere Welt agiert nach dem Prinzip, dass Menschen über allem und an erster stelle stehen. Für eine nachhaltige Entwicklung ist es jedoch unvermeidlich, Tiere, Umwelt und Ressourcen zu achten, um den Fortbestand weiterer Generationen und die Langlebigkeit unserer Welt zu sichern.
Dass Tierversuche und damit einhergehendes Tierleid nach wie vor immer noch Themen sind, über die wir sprechen müssen, kann man kaum fassen, wenn man untersucht, wie ähnlich Menschen und einige Tiere sich wirklich sind. Der Spiegel wollte mit der verlinkten Studie wahrscheinlich auch zeigen, dass wir oft über unseren Horizont hinausgehen und aufhören sollten, Tiere als „Nutzvieh“ abzustempeln.“